Der Ablauf: Fallstudie Blondie XII

DER WUNSCH – Mein aktueller Band- und Kompositionsstil hat den ständigen Einsatz einer 12-String-Gitarre erforderlich gemacht. Dies berücksichtigt sowohl Rhythmus- als auch Arpeggio/Picking Stil. Meine derzeitigen Instrumente waren hierfür nicht geeignet, aber als ich an meine Krueger original Blondie (mein ganzer Stolz) dachte, gab es nur eine Möglichkeit. Also bat ich Dietmar diesen Sommer, eine 12-String-Version zu entwickeln, die denselben vollen Sound and die Bass-Response hat und gleichzeitig richtig einfach spielbar ist.

DER NEUE AUFTRAG – Wir zuvor mußte das Instrument sowohl für das Studio also auch für Auftritte geeignet sein. Das Modell sollte vom Aussehen und Sound der Original-Blondie entsprechen, aber 12 Saiten haben ihre eigenen technischen Erfor-dernisse und Spezifikationen. Wie zuvor auch, habe ich alle meine Wünsche und An-forderungen mit Dietmar diskutiert aber ihm ein bißchen Raum gelassen, um das Originalmodell aufzustocken. Dies im Kopf mußten Brücke und Kopfplatte den typischen, creativen Dreh erfahren, den Dietmar so gut kann.

Konstruktion – Eine bestimmte Anzahl Änderungen mußte vorgenommen werden für die 12-Sting-Version von Blondie

  • Der Hals brauchte eine Skunk-Style-Verstärkung (verschiedenfarbige Längsverstär- kung), um die Stabilität zu vergößern und den Halsspannstab anzupassen.
  • Eine alternative Hals-Verbindung, um die Extrabelastungen die mit 12-String-Gitarren einhergehen, aufzufangen.
  • Die Kopfplatte muß doppelt soviele Mechaniken aufnehmen ohne daß sich sein Charakter signifikant ändert.
  • Die Deckenbeleistung wurde den Anforderungen einer 12-Saiten-Gitarre, wie z.B. Tonalität und Spannung angepaßt.
  • Die Brücke mußte groß genug für doppelt soviele Saiten werden.
  • Ein breiterer Hals mußte entsprechend angefertigt und angepaßt werden.
  • Außerdem wollte ich leicht an das Batteriefach herankommen.

Kopfplatte – 12 Stück statt 6 auf gleicher Fläche geht eigentlich nicht,

aber es war mir wichtig, daß die Kopfplatte der 12-Saiten-Version nicht überlang wird und soweit wie möglich dem Aussehen der 6-Saiten-Version glich. Das erforderte ziemlich kreatives Nachdenken: eine geschlitzte Kopfplatte, die 12 klassische Mechaniken aufnehmen konnte und das Layout einer Westerngitarre. Alles in Einem.

Herstellung des Korpus – Das Innenleben und Aussehen einer Gitarre braucht genauso viel Sorgfalt wie die äußerlichen ästhetischen Aspekte.

Es kommt auf das Detail an. An diesem Punkt fängt sie an, wie eine Gitarre auszusehen und sich auch so anzufühlen. Die Rückseite des Bodys wird auf die Riemchen, die für zurätzliche Stabilität und Unterstützung sorgen, aufgeleimt.

Von hier ab gibt es kein Zurück mehr. So werden alle inneren Elemente, die den Sound betreffen und die elektronischen Teile mit ihren Verbindungen vervollständigt. Auch die Preamp-Aussparung und On-Body Pickup werden fertig gestellt und fixiert. Dies ist der Punkt, an dem Dietmar mit seiner Magie weiterarbeitet.

Letzte Feinheiten – Das bringt uns auf den aktuellen Stand.

Obwohl wir wegen der Angleichung an das Original Beschränkungen unterlegen waren, bedeutet das nicht, daß es keinen Raum für leichte Kreativität gibt. Ich war nicht hinter einer kompletten, in jedem Detail Blondie entsprechenden Kopie her. Schließlich haben wir es hier mit einem 12-Saiten-Modell zu tun und es sind seitdem zwei Jahre vergangen. Also hat dieses Modell seine eigenen Ausdrucksmöglichkeiten. Dietmar gab mir einen flüchtigen Einblick, und da ich ihm einige Freiheit ließ, seine Magie in den feinen Details wirken zu lassen, muß ich mich einfach in Geduld fassen und auf die letzt-endliche Enthüllung warten.

Das Urteil – Also: Tut das Instrument

Entwicklung von der Original 6-Saiten-Version ist eine Offenbarung und übersteigt alle meine Hoffnungen und Erwartungen. Dietmar, tausend Dank!

Für die gesamte Galerie der fertigen Gitarre klicken Sie bitte hier

This post is also available in: English